Technologie

Was haben eigentlich Socken und Hörgeräte gemeinsam?

Bluetooth wird in alles eingebaut – in Socken, in Autos, und jetzt auch in Hörgeräte. Aber was haben Hörgeräteträger wirklich davon?

Ich halte mich eigentlich für keinen technisch besonders versierten Audiologen. Meine erste Hörgeräteanpassung habe ich mit einem Trimmpotentiometer gemacht, und die einzige Ausrüstung, die ich dafür brauchte, war ein kleiner Schraubenschlüssel! Der Schraubenzieher wurde sehr schnell durch Programmierkabel ersetzt. Diese kamen mit der Einführung digitaler Hörgeräte – und ja, sie brachten eine Vielzahl an Möglichkeiten für die Feinjustierung mit, die die Möglichkeiten mit dem Trimpotentiometer weit übertrafen. Aber dieser technische Fortschritt bedeutete auch noch etwas anderes: am Ende eines anstrengenden Arbeitstages in der Klinik noch Zeit einzuplanen für das Entwirren und Sortieren von Programmierkabeln von bis zu sechs Herstellern. Nur wenige Jahre später hat sich die drahtlose Hörgeräteanpassung in vielen Ländern als Standard durchgesetzt. Wie kam es eigentlich dazu?

Bluetooth – ein Schlagwort, das die Welt erobert hat. Die Bluetooth-Technologie wurde in den späten 1990er Jahren entwickelt und im Jahr 2000 kam das erste Handy mit Bluetooth auf dem Markt. Seitdem ist das kleine blaue Symbol auf einer Vielzahl von Geräten nicht mehr wegzudenken. Bluetooth hat es Herstellern ermöglicht, drahtlose Geräte zu entwickeln und so den Ärger mit Kabelsalat oder zu kurzen Kabeln abzuschaffen. Das passt perfekt zu unserem heutigen Lebensstil, der immer mobiler wird – und auch die Zukunft stellen sich die meisten Menschen sicher drahtlos vor.

Was genau ist eigentlich Bluetooth?

Bluetooth ist ein in Schweden entwickelter Kommunikationsstandard für die drahtlose Übertragung von Informationen. Der Name geht auf Harald Blauzahn (Bluetooth) zurück, der die Wikinger durch den Übertritt zum Christentum einte. Um das Zusammenbringen geht es auch bei der Bluetooth-Technologie: Sie verbindet Geräte über Funkwellen mit anderen Bluetooth-Geräten. Das Bluetooth-Radio und die dazugehörige Software sind in einen Computerchip eingebaut, der dann in die Geräte verbaut wird. Eine der häufigsten Anwendungen der Bluetooth-Technologie ist das direkte Streamen von Musik von einem Telefon oder MP3-Player auf drahtlose Lautsprecher, Kopfhörer oder Autolautsprecher. Dieses Streaming verbraucht jedoch relativ viel Strom. Um den hohen Stromverbrauch zu reduzieren, wurde ein neuer Kommunikationsstandard entwickelt: Bluetooth Low Energy (BLE) oder auch Bluetooth Smart genannt. Mit diesem neuen Standard konnten Hersteller kleinere Chips bauen, die mit kleineren Akkus betrieben werden können. Das war der Startschuss für den Einsatz von Bluetooth in Sportschuhen, Uhren und auch Hörgeräten.

Was bedeutet das für meine Kunden?

Auch an der Hörgeräteindustrie ist die Verfügbarkeit der Bluetooth-Technologie und die neue Art und Weise, wie wir mit Geräten um uns herum interagieren, nicht vorübergegangen. Dabei sollte Bluetooth jedoch nicht einfach in Hörgeräte eingebaut werden, weil die Technologie verfügbar ist, sondern um Hörgeräteträgern echte Vorteile zu bieten.

Eine der derzeitigen Hauptanwendungen von Bluetooth in der Hörgeräteindustrie ist das direkte Streamen vom Mobiltelefon auf die Hörgeräte. Dieses direkte Streaming ermöglicht eine hervorragende Klangqualität, aber auch ein Plus an Nutzerfreundlichkeit. Die Branche war begeistert, als „Made for iPhone“ als eine Art direktes Streaming von Apple-Geräten auf kompatible Hörgeräte eingeführt wurde. Allerdings war ich überrascht, als ein begeisterter Android-Nutzer mir die Statistiken zum Marktanteil von Android gegenüber Apple zeigte. Weltweit hat Android einen Anteil von 86 % auf dem Smartphone-Markt gegenüber 13 % von Apple (Quelle: Global mobile landscape 2016, eMarketer, November 2016). Der Nutzen von „Made for iPhone“ ist daher leider auf wenige Nutzer begrenzt.

Wie kann ich als Hörakustiker profitieren?

Für mich als „Nicht-Tekkie“-Audiologe bedeutete die Welt der Bluetooth-Konnektivität eine steile Lernkurve. Die Konnektivität vereinfacht das Finden von passenden Lösungen für meine Kunden mit spezifischen Bedürfnissen. Die drahtlose Anpassung gibt mir mehr Zeit, mit meinen Kunden über ihre Bedürfnisse zu sprechen – anstatt Programmierkabel zu entwirren.

Wir bei Phonak verstehen die Bedeutung von Konnektivität und arbeiten an neuen Ansätzen und Lösungen, die Ihre Bedürfnisse und die Bedürfnisse Ihrer Kunden genau im Blick haben. Wir wollen vor allem sicherstellen, dass die Vorteile von Bluetooth für alle Nutzer – unabhängig von der Marke ihres Mobiltelefons – zugänglich sind. Das Hören ist schließlich ein zentraler Teil im Leben jedes Einzelnen und alles, was dazu beitragen kann, das Hören leichter zu gestalten, ist unbedingt wünschenswert.

 

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