Aus der Praxis

Über 30 Jahre Phonak. Jetzt ist es offiziell: Ich bin ein Phonak-Relikt

Wie eine Frau, die in Israel geboren und aufgewachsen ist, und in den USA Ihre Ausbildung zur Audiologin gemacht hat, in die Schweiz kam und bei einem Hörgeräteunternehmen gelandet – und geblieben – ist.

2017 haben wir bei Phonak 70-jähriges Jubiläum gefeiert. Und ich war fast die Hälfte dieser Zeit ein Teil der Geschichte des Unternehmens. Kaum zu glauben, oder? Genauso fühlt es sich auch für mich an.

Wie landet also eine Frau, die in Israel geboren und aufgewachsen ist, und in den USA als Audiologin ausgebildet wurde, in der Schweiz, um für ein Hörgeräteunternehmen zu arbeiten?

Gute Frage! 1984, ungefähr fünf Jahre nach meinem Abschluss (ja, Sie sind herzlich dazu eingeladen, mein Alter auszurechnen), folgte ich meinem Herzen und entschloss mich, in die Schweiz zu ziehen. Die entscheidende Frage war nur, was ich dort machen würde. Ich sprach ein wenig Deutsch, aber nicht genug, um in der Versorgung zu arbeiten. Also dachte ich, dass die Arbeit bei einem Hersteller eine Option sein könnte. Das Fachmagazin Hearing Instruments gab damals einen jährlichen internationalen Guide zu allem heraus, was weltweit mit Hörgeräten zu tun hatte. Unter „S“ für die Schweiz habe ich Phonak gefunden. Phonak? Noch nie gehört! Zu dieser Zeit wurden die Phonak Produkte in den USA unter dem Namen Phonic Ear vertrieben. Es gab auch Bernafon (falsche Stadt) und Rexton. Ich habe mich sowohl mit Phonak als auch mit Rexton in Verbindung gesetzt – und der Rest ist Geschichte…

Wenn Leute erfahren, wie lange ich schon bei der Firma bin, werde ich oft gefragt, was sich in der Zeit geändert hat. Es ist schwierig, darauf mit einem Satz zu antworten. Einerseits ganz viel, andererseits ganz wenig. Als ich anfing, waren wir ungefähr 150 Leute, die am Standort in der Schweiz gearbeitet haben, heute sind wir um die 1.300. Als ich anfing, hatten wir fünf Modelle, heute würde ich schätzen, dass es über 100 sind. Als ich anfing, war ich die erste Audiologin bei Phonak. Inzwischen arbeiten Hunderte von Audiologen weltweit im Unternehmen. Die Größenordnungen haben sich also definitiv verändert.

Was sich aber in all den Jahren nicht verändert hat, ist der Spirit. Daraus habe ich gelernt, dass Unternehmen ihre eigene DNA haben. Sie bleibt auch dann bestehen, wenn die Begründer der Unternehmenskultur nicht mehr da sind und die meisten Menschen sie nicht mehr persönlich kennen. Es ist erstaunlich. Die Hierarchien flach, die Atmosphäre informell (in Anbetracht der Schweizer Kultur nicht unbedingt selbstverständlich). Es wird harte Arbeit erwartet, aber es gibt auch immer einen Grund zu feiern. Die Menschen sind sehr leidenschaftlich, und viele bleiben für längere Zeit. Es bin also nicht nur ich, die geblieben ist, sondern all das ist geblieben. Was ich bei Phonak gelernt habe: Dass ich unabhängig von meiner Position und meinem Titel etwas bewegen kann. Dass gute Ideen durchgesetzt werden können und es immer ein offenes Ohr gibt.

Die erfreulichste Entwicklung ist meiner Ansicht nach, wie sehr die Stimme der Audiologie in der Organisation gewachsen ist. Audiologen arbeiten bei Phonak in der Forschung & Entwicklung, Wissenschaft & Technologie, Training & Bildung, Produktmanagement, Vertrieb und mehr. Das bedeutet, dass die Stimme des Hörgeräteakustikers in allen wichtigen Bereichen vertreten ist, die für die Erstellung unserer Hörgeräte, Zubehörteile, Anpasssoftware, Marketingmaterialien und Studien verantwortlich sind. Das ist eine erstaunliche Entwicklung. Es ist nicht mehr vorstellbar, dass Innovationen ohne die aktive Beteiligung der Audiologie vorangetrieben werden. Das ist eine großartige Leistung, auf die ich sehr stolz bin.

Und jetzt? Es ist nie langweilig in unserem Gebiet. So viele neue Dinge kommen auf uns zu. Es gibt so viele Möglichkeiten, und es liegt an uns, potenzielle Gefahren auch als Chancen zu betrachten. Nur eins ist sicher: Veränderung ist eine Konstante. Das 70-jährige Jubiläumsjahr ist zu Ende gegangen. Es war ein langer Weg bis hierher. Ich bin mir sicher, dass die nächsten 70 Jahre noch spannender werden. Bleiben Sie dabei.

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