Aus der Praxis

#Wirbleibenzuhause

Was Corona uns lehrt und wie wir gestärkt als Team aus der aktuellen Situation hervorgehen

Als ich heute Morgen wie jeden Tag das Radio eingeschaltet habe, hörte ich ein gutes Statement von einem Reporter:

„Vor ein paar Monaten wurde die Bonpflicht eingeführt. Einige fragten sich, ob wir denn keine anderen Probleme hätten. Es schien, als wäre dies als Aufforderung verstanden worden – denn nun haben wir sie: ganz andere Probleme.“

In der Tat, nun haben wir diese ganz anderen Probleme und die Welt steht derzeit auf Kopf. Täglich neue Fallzahlen und Nachrichten, Ausgangsbeschränkungen in allen Bundesländern und auch das Toilettenpapier wird zum hoch gehandelten Gut.

Wie sich die Corona-Krise im Alltag auswirkt

Doch wie gehen wir am besten mit dieser Situation um? Der Alltag ist im Wandel und vieles, was vorher unmöglich erschien, ist nun selbstverständlich. Wie bei vielen anderen Firmen haben auch wir bei Phonak nun die meisten Arbeitsplätze nach Hause verlagert. Spannend, gerade wenn ich daran denke, das nur vor zwei Wochen alles noch so routiniert war: Mein Montag startete schon zuvor im Homeoffice. Am Abend hieß es für mich packen, um mich auf den Weg in das 200 km entfernte Fellbach zu machen. Von Dienstag bis Freitag arbeitete ich vor Ort und nutzte die Zeit effektiv für Besprechungen, Workshops Mitarbeitergespräche und alles was so zum Alltag dazugehört. Wenn ich keine Meetings hatte, arbeitete ich an meinem Schreibtisch im Büro, dass ich mir zusammen mit fünf Teammitgliedern teile. Und auch hier haben sich liebgewonnene Routinen eingeschlichen, die erst dann bewusst werden, wenn sie nicht mehr da sind. Sei es der tägliche Besuch bestimmter Kollegen, die einfach vorbeikommen um „Hallo“ zu sagen, das kurze Gespräch an der Kaffeemaschine mit Steffen und Andreas vom Marketing oder die Zuflucht zu unserer Kollegin, die immer etwas Süßes parat hat, wenn die Nerven einmal blank liegen.

Der Mensch ist ein Rudeltier, das merke ich mehr als je zuvor, denn genau das sind die Situationen, die mir und auch meinen Kollegen jetzt besonders fehlen.

Wir wachsen – als Unternehmen, als Team, als Mensch

Und nun? Der Berufsalltag muss weiter gehen und auch der zwischenmenschliche Austausch muss bestehen bleiben. Und siehe da – es funktioniert. Wir wachsen – als Unternehmen, als Team, als Mensch. Im Augenblick  findet alles im virtuellen Raum statt. Dies geht erstaunlich gut, wirft aber auch neue Hürden auf. Wie sind die letzten Tage abgelaufen? Nach kleinen Unebenheiten am Anfang, sei es der fehlende Monitor oder die geringe Bandbreite der Kommunikationssoftware, sind wir nun nach einer Woche richtig angekommen, am Arbeitsplatz Zuhause.

Wir haben nun die tägliche Kommunikation eingeführt. Jeden Tag um 10 Uhr treffe ich mich mit meinem Team im virtuellen Raum, um uns auszutauschen. Hierbei geht es natürlich oft um das Geschäft, um Prozesse und Schulung und Training. Am meisten hilft mir aber der offene Austausch darüber hinaus. Wenn ich aus meiner Erfahrung als Führungskraft in diesen Zeiten nur einen Tipp geben dürfte, dann wäre es Folgender: Fragen Sie bei einem gemeinsamen Teammeeting jeden einzelnen Mitarbeiter wie es ihm persönlich geht, welche Ängste und welche Hoffnung er hat. Das baut auf, schafft Vertrauen und Verbindung – und Verbindung ist das was jetzt am wichtigsten ist. Vielleicht können Sie das für sich ja auch umsetzen, in einem der nächsten Teammeetings oder in der virtuellen Konferenz mit Ihren Kollegen.

Mein persönlicher Blick auf die aktuelle Situation

Mein Résumé bis hierhin: Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es, dass die Bonpflicht unser einziges Problem ist. Aber ich ziehe auch Positives aus der neuen Situation. Da ich nun mehr Zuhause bin, habe ich die Möglichkeit meinen Sohn Leo öfter ins Bett zu bringen und mit meinem Schwiegervater kann ich auch über einen Skype-Call abends ein Bierchen trinken – ungewohnt, aber möglich. Parallel dazu glaube ich auch, dass man in Zukunft kein Schmunzeln mehr erntet, wenn man zu Kollegen oder Freunden sagt „am Montag arbeite ich im Homeoffice“. Dass es sich dabei genauso um Arbeit handelt, wird jedem derzeit bewusst.

Ich persönlich glaube fest daran das jede Krise auch Chancen bietet. Das war in der Vergangenheit so, warum sollte es durch Corona anders sein?

In diesem Sinne wünsche ich uns allen gute Nerven und Durchhaltevermögen in dieser Zeit. Denken Sie positiv und versuchen Sie sich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Wie zum Beispiel, dass gerade jetzt die Sonne scheint.

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