Aus der Praxis

Man lernt nie aus!

Wer hätte gedacht, dass Innovation in so etwas banalem wie einem Abformpad möglich ist?

Hörakustiker wissen, wie man eine gute Ohrabformung erstellt, schließlich ist das Teil des Tagesgeschäfts. Nach mehreren Im-Ohr Studien und Forschungsprojekten sowie mehr als 2.000 selbst durchgeführten Ohrabformungen weiß ich, dass die Prozedur viel komplizierter ist, als ich anfangs dachte.

Mir stellten sich viele Fragen: Was macht eine gute Ohrabformung aus? Gibt es unterschiedliche Anforderungen an die Ohrabformung je nachdem, welches Im-Ohr Design ich wähle? Wie kann ich gute tiefe Ohrabformungen in einer für den Kunden und mich selbst angenehmen Art und Weise erstellen?

Die letzte Frage interessierte mich besonders. Auf dem Markt gibt es eine große Nachfrage nach möglichst diskreten und komfortablen Hörgeräten. Um diese zu decken, müssen Hörakustiker in der Lage sein, hochwertige Ohrabformungen bis hinter dem zweiten Knick des Gehörgangs zu erstellen. Für eine solche muss das Abformpad im knöchernen Teil des Gehörgangs platziert werden, ohne das Trommelfell zu berühren, da dies für den Kunden unangenehm oder sogar schmerzhaft sein kann.

Für den Hörakustiker liegt die Herausforderung darin, das Abformpad sozusagen blind möglichst tief in das Ohr einzuführen. Das veranlasste uns als Team, über ein neues Ohrabformungsverfahren nachzudenken.

Wir entwickelten zuerst eine Methode zur Einführung des Abformpads, bei der zuerst die Messung der Gehörgangslänge und anschließend die Anpassung der Einsetztiefe an einer entsprechenden Einsetzlehre erforderlich war. Die Hörakustiker, die dieses Verfahren testeten, bestätigten, dass es seinen Zweck perfekt erfüllte, waren aber nicht von seiner Anwendbarkeit überzeugt. Sie wünschten sich ein schnelleres Platzieren des Abformpads ohne zusätzliche Werkzeuge – und vor allem wollten sie nicht die Gehörgangslänge messen müssen.

Nach diesem Feedback war uns klar, dass wir ein Produkt entwerfen mussten, das eine einfachere und bessere Handhabung ermöglicht.

Und so entwickelten wir Schritt für Schritt EasyView Otoblock, einen Otoskopaufsatz mit einer eingefassten Linse. EasyView Otoblock wird von einer Lyric Weichschaumhaube geschützt und verfügt zudem über einen belüfteten Schlauch – damit haben wir Lyric und Phonak Technologien kombiniert, die erwiesenermaßen sicher und komfortabel sind. All dies hat zum Erfolg dieses Produkts beigetragen. In der Regel reichen 3-5 Ohrabformungen aus, um das Führen des Otoskops bis zum Trommelfell und die Platzierung des Abformpads zu erlernen.

In diesem kurzen Video stelle ich die Vorteile für Hörakustiker und ihre Kunden vor.

Die meisten Personen, die dieses Produkt getestet haben, wie z.B. unsere internen Hörakustiker vor der Markteinführung, waren von den Vorteilen überzeugt. Dennoch hätten wir niemals gedacht, dass unser Erfindung so begeistert aufgenommen werden würde, wie es die aktuellen Bestellzahlen vermuten lassen. Wir freuen uns wirklich sehr, dass wir mit EasyView Otoblock vielen Hörakustikern helfen konnten. Wir hoffen, dass dieses Produkt nicht nur die Versorgung verbessern wird, sondern auch angenehme tiefe Ohrabformungen ermöglicht.

Weitere Informationen zu den Vorteilen von EasyView Otoblock finden Sie in unseren Field Study News.

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