Family-Centered Care, Technologie

eAudiology: Aus der Theorie in die Praxis

Das Berufsfeld der Hörakustik verändert sich rasant. Warum eine Kombination aus Family-Centered Care (FCC) und eAudiology eine zukunftsfähige Lösung sein kann.

Jeden Morgen weckt mich Alexa mit einem Lied aus meiner Playlist. Ich zähle per App die Anzahl meiner Schritte, gebe meinen Zielort ins GPS ein und hole mir eine Tasse Kaffee aus der Büroküche … okay, noch ist nicht alles digital.

Fest steht jedoch: Die Art, wie wir Dinge tun, hat sich verändert. Der technologische Fortschritt hat uns neue Wege eröffnet, wie wir mit dem steten Wandel in all unseren Lebensbereichen umgehen können – von der Unterhaltungsindustrie über den Verkehr bis hin zum Gesundheitswesen. Deshalb gilt es heute auch für die Hörakustikbranche, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen.

Der Beginn einer Zusammenarbeit

Mitglieder des eAudiology-Expertengremiums

Im Januar 2018 berief Phonak eine Gruppe von Audiologen aus der ganzen Welt ein, um gemeinsam einen Plan zu erarbeiten: Wie kann das Konzept der eAudiology und seine Umsetzung weiter vorangetrieben werden? Daraus ist ein Positionspapier entstanden, das in der August-Ausgabe von Hearing Review veröffentlicht wurde. Ziel dieser Erklärung war es, die Terminologie zur Televersorgung in der Hörgerätebranche anzugleichen sowie die Vorteile und Barrieren für die Einführung von eAudiology aufzuzeigen.

Bisher kursierten die verschiedensten Begriffe, um Gesundheitsdienstleistungen mit Hilfe von Telekommunikationstechnologien zu beschreiben: Unter anderem war von Telemedizin, „Telepractice“ (dt. Televersorgung“) oder „Teleaudiology“ (dt. Teleaudiologie)  die Rede. Die Expertengruppe einigte sich jedoch auf den Begriff eAudiology, da er für sie alle Dienste umfasst, die Hörakustiker ihren Kunden anbieten: Also etwa Screenings, Coaching, Anpassung, Beratung und Support. Es hat sich gezeigt, dass die meisten Audiologen zwar grundsätzlich positiv gegenüber eAudiology-Dienstleistungen eingestellt sind, aber nur wenige von ihnen bereits tatsächlich Erfahrungen damit gemacht hat.1

eAudiology mit dem Family-Centered Care Ansatzes (FCC) kombinieren

Das Berufsfeld der Hörakustik verändert sich schnell, und die moderne Technologie eröffnet uns jetzt neue Chancen, die Kundenreichweite und -versorgung zu verbessern. Aber natürlich gibt es auch Herausforderungen für Hörakustiker und ihre Kunden auf dem Weg dahin. Da sind einerseits Bedenken vor der Technologie oder die Ungewissheit, ob man eine audiologische Televersorgung überhaupt gewährleisten kann. Auch das Wegfallen der zwischenmenschlichen Interaktion mit den Kunden kann Unbehagen auslösen. Ich bin jedoch überzeugt: Es lohnt sich, eAudiology jetzt anzugehen. Wenn dabei zudem der Ansatz von Family-Centered Care genutzt und die Familie mit eingebunden wird, kann dies den Umstieg auf ein neues Servicemodell zusätzlich erleichtern.

Schritt für Schritt in Richtung eAudiology

Während wir uns also daran machen, die Welt der eAudiology zu erforschen, müssen wir einige grundlegende Fragen klären, etwa zur Wahl der Kunden (Sind diese überhaupt in der Lage, mit Technologie umzugehen?“), eigenen Kompetenzen (Werden meine Mitarbeiter dieses neue Versorgungsmodell mittragen?“), der technologischen Infrastruktur (Habe ich die notwendige Ausrüstung und Internetbandbreite?“) und Haftung (Welche gesetzlichen Bestimmungen gelten für mich, wenn ich eAudiology-Dienstleistungen anbiete?“). Indem wir Antworten auf diese und weitere Fragen finden, legen wir einen wichtigen Grundstein für eAudiology.  Ich möchte Sie dazu einladen, mutig zu sein: Steigen Sie ein, schnallen Sie sich an, und lassen Sie uns diese Reise gemeinsam antreten!

Weitere Informationen zum Family-Centered Care Ansatz (FCC) finden Sie in den Artikeln unter der Blog-Kategorie Family-Centered Care.

In den nächsten Wochen wird die Aufnahme eines kürzlichen Webinars mit Francois Julita zu diesem Thema über http://learning.phonakpro.com/ verfügbar sein. Halten Sie auch Ausschau nach dem Hashtag #eaudiologyphonak auf LinkedIn, Twitter und Facebook.

 

1 Eikelboom & Swanepoel, 2016

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