Aus der Praxis

eAudiologie: Ein Thema für Sie?

10 Dinge, die Sie bei der Einführung von Tele-Services beachten sollten.

Dank moderner Telekommunikationstechnologien sind inzwischen auch in der Medizin Tele-Services möglich. Dafür vernetzt sich ein Anbieter entweder mit dem Patienten/Kunden oder mit einem anderen Anbieter, um eine Ferneinschätzung, einen Ferneingriff und/oder eine Fernberatung anzubieten. Wer diesen Service bei sich im Ladengeschäft einführen möchte, sollte sich vorab mit einigen Rahmenbedingungen auseinandersetzen, die mit teleaudiologischen Dienstleistungen einhergehen.

10 Dinge, die Sie vor der Einführung von Tele-Audiologie beachten sollten:

1. Kundenauswahl – Für welche Kunden ist Tele-Audiologie die beste Wahl? Kriterien für die Auswahl der geeigneten Kunden sind, ob sich die Person grundsätzlich mit Technik und der Methode der Dienstleistungserbringung wohlfühlt, das Alter (Unterstützung durch Eltern oder Betreuer, motorische Fähigkeiten), Hör- oder Seheinschränkungen sowie die technologische Ausstattung.

2. Anwendungsumgebung – In welcher Anwendungsumgebung möchten Sie eine teleaudiologische Dienstleistung erbringen? Je nach Umgebung – bspw. eine Schule, ein Krankenhaus, eine Universität, das Zuhause des Kunden oder eine Betreuungseinrichtung – kann der technologische Ausstattungs- und Wartungsbedarf variieren, ebenso die spezifischen Vorschriften und Richtlinien.

3. Anwendungsbereiche – Für welche Anwendungsbereiche möchten Sie Tele-Audiologie anbieten? Egal ob Fernanpassung von Hörgeräten, Hörrehabilitation oder ein anderes Anwendungsgebiet der Tele-Audiologie: Sie sollten unbedingt sicherstellen, dass Sie über das entsprechende Know-how, die nötige Technologie und dafür geeignete bzw. daran interessierte Kunden verfügen.

4. Interessensgruppen – Machen Sie sich den Aufwand bewusst, der für die Planung, eventuelle Überzeugungsarbeit und/oder das Training von Ansprechpartnern wie Medizinern, Behörden und Kostenträgern sowie Kunden und deren Familienangehörigen anfallen kann.

5. Zertifizierung – Setzen Sie sich mit den gesetzlichen Anforderungen bezüglich Tele-Audiologie für Ihre Anwendungsumgebung auseinander. Bevor Sie mit dem Anbieten von teleaudiologischen Dienstleistungen starten, sollten Sie die Zertifizierungsanforderungen und den Haftpflicht-Versicherungsstatus bei der zuständigen Behörde prüfen.

6. Dokumentationspflicht – Stellen Sie sicher, dass Sie sämtliche Bestimmungen bezüglich der Dokumentationspflicht kennen, einschließlich der Einwilligungserklärung zu den per Tele-Audiologie erbrachten Dienstleistungen.

7. Kostenerstattung – Informieren Sie sich über die Kostenerstattung von teleaudiologischen Dienstleistungen durch die entsprechenden Kostenträger. So können Sie die erforderlichen Informationen sammeln und dokumentieren, und damit die Voraussetzungen für Ihre Rechnungsstellung sichern.

8. Technologie und Kompetenzen – Fühlen Sie sich sicher, was Ihr Know-how und Ihre technischen Fähigkeiten für die Erbringung von teleaudiologischen Dienstleistungen angeht? Es kann sinnvoll sein, eine Anwendungsschulung für die Geräte zu absolvieren, mit denen Sie arbeiten möchten und sich frühzeitig um technischen Support zu kümmern.

9. Anbindungs- und Signalqualität – Ein stabiles und leistungsfähiges Audio- und/oder Video-Signal ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Erbringung von teleaudiologischen Dienstleistungen. Je nach gewählter Anwendung und der kommunikativen Einschränkung des Kunden durch seinen Hörverlust können die Anforderungen hierbei variieren. Prüfen Sie daher vorab Faktoren wie die Internet-Verbindungsgeschwindigkeit und Bandbreitenanforderungen.

10. Datenschutz und -sicherheit – Informieren Sie sich über die Bestimmungen für den sicheren Umgang mit Kundeninformationen sowie die aktuellen Regulatorien zu Datenschutz und -sicherheit. Dienstleistungen wie die elektronische Datenübermittlung erfordern möglicherweise eine Anpassung Ihres Vorgehens in diesem Bereich (z. B. die Einführung von Datenverschlüsselung, die Nutzung spezieller Kenn- und Passwörter, usw.).

Mit Berücksichtigung dieser Faktoren kann bei der Einführung von eAudiology nichts mehr schief gehen!

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